Stolperstein-Tour: Zusatztermin

20140902_155920

Was machen junge Leute in ihren Schulferien? Sie arbeiten! Und zwar nicht für Geld, beim Fastfood-Restaurant um die Ecke, sondern freiwillig im Stolperstein-Projekt! In der letzten Ferienwoche treffen sich alle noch mal, um ihre Audiobeiträge fertig zu schneiden. Zuerst muss aber geklärt werden, wo sich das Material befindet, das vor den Ferien aufgenommen wurde. Zum Teil wurde bereits mit dem Schnitt begonnen, andere Beiträge sind noch völlig roh und ein Ordner ist sogar völlig leer. Nach ein kurzen Schrecksekunde werden aber auch diese Aufnahmen auf einer externen Festplatte gefunden.

Das Schneiden erfordert nochmals sehr viel Konzentration. Nicht nur die Sprachaufnahmen müssen gründlich geschnitten werden, auch die Musik muss exakt an die richtige Stellen gesetzt und passende „Atmos“ zur Untermalung gefunden werden.

20140902_160057Parallel arbeitet ein Teil des Teams bereits an ganz neuen Plänen: Das Projekt soll auch über den Rahmen von luview.de in Eigenregie der Schüler und Schülerinnen weitergeführt werden. Dazu wollen sie nicht nur eine eigene App programmieren, sondern auch eine Homepage erstellen, die für Ihre App wirbt. Damit das Ganze auch optisch richtig gut rüber kommt, wird professionelle Unterstützung von einer Grafikerin benötigt. Um das Geld für ihre Pläne zu bekommen, beschließt das Team sich auf eine Förderung beim Projekt Think BIG zu bewerben.

Veröffentlicht unter Berichte, News, Stolperstein-Tour

Stolperstein-Tour: Dritter Tag

Dritter Tag: Die erste Test-App funktioniert!

Am dritten Projekttag stehen die Tonaufnahmen im Studio im Mittelpunkt. Vorab müssen die Texte fertigstellt und vor der Aufnahme geprobt werden.

Nach einer kurzen Besprechung werden die Sprechrollen vergeben und die Teilnehmer beginnen, die Texte wieder und wieder  laut zu lesen. Wie sollen die Texte betont werden? Welche emotionale Einfärbungen, Tempo, Pausen soll es geben? Keine leichte Aufgabe! Aber nicht nur die „Professionalität“ beim Sprechen stellt eine Herausforderung dar. Beim Vorlesen merken die Schüler/innen, das ihre Texte zu lang sind. Die Beiträge sollen einen Wortanteil von maximal  1 Minuten und 30 Sekunden  haben. Es ist schwierig alle Informationen und guten Ideen in das kurze Format zu packen. Immer wieder müssen die Teilnehmer ihre Texte umschreiben und kürzen. Erst nach einer langen Übungszeit traut sich die erste Gruppe in das Tonstudio. Die Arbeit in der engen und stickigen Sprecherkabine ist schwieriger als erwartet. Immer wieder müssen Sätze wiederholt werden. Zum Teil wird Wort für Wort gearbeitet. Nicht nur auf die richtige Artikulation kommt es an, auch der Sprachrhythmus und Betonung sind wichtig, um die gewünschten Gefühle und Stimmungen transportieren zu können. Mit der Zeit bekommen die Sprecher/innen aber Routine und die Aufnahmen laufen immer besser und schneller.

Nach den Tonaufnahmen bearbeiten die Teilnehmer die aufgenommenen Rohdaten eigenständig  in „Audacity“, und schneiden  ihre Beiträge grob zusammen.

Auch die Test-App für die AR-Einbettung der Audiobeiträge läuft mittlerweile dank der Informatik-Kenntnisse eines Teilnehmers. Der gelernter Anwendungsentwickler verfügt über das notwendige Fachwissen, um aus den Einzelteilen der Codefragmente, ein Ganzes zu machen. Am nächsten Tag kann die App und der erste Beitrag, bei einer kleinen Präsentation im Pfalz-Kolleg vorgestellt werden.

 

Veröffentlicht unter Berichte, News, Stolperstein-Tour

Stolperstein-Tour: Zweiter Tag

Zweiter Tag: Immer wieder wird das Quellenmaterial studiert

Am zweiten Tag des Projekts schreiben die Teilnehmer/innen ihre Textvorlagen, anhand recherchierten Fakten. Was leicht klingt, ist in Wahrheit alles andere als leicht: Es muss knapp und trotzdem gehaltvoll, unterhaltend aber nicht salopp sein.

Für den Schreibprozess, ist die Unterstützung der Expertin Birgit Baltes – Journalistin beim SWR2 – ist eine große Hilfe. Trotz ihrer Frühschicht im Mannheimer Studio, nimmt sich die Radiofrau Zeit, um die Schüler und Schülerinnen bei ihren Textentwürfen zu beraten.  Es entstehen unterschiedlichste Formen: Innere Monologe, Texte in Briefform, Dialoge. Aber nicht nur die Form ist relevant, sondern auch die Grundintention des Textes muss berücksichtigt werden: Aus welcher Perspektive und in welcher Haltung wird die Geschichte erzählt? Wütend? Traurig? Verletzt?

Die intensive Arbeit ist eine echte Herausforderung für die Teilnehmer. Doch mit großem Eifer und Zuversicht schaffen sie es, ihre Texte interessant und professionell zu gestalten.

Zum Schluss des Tages erhalten die Teilnehmer noch eine Einführung in das Freeware-Audioprogramm ,,Audacity“, mit dem am nächsten Tag die aufgenommenen Texte geschnitten und zusammengesetzt werden sollen.

Erschöpft aber mit einem großem Erfolgsgefühl beenden die Teilnehmer den zweiten Projekttag.

Veröffentlicht unter Berichte, News, Stolperstein-Tour

Stolperstein-Tour: Erster Tag

Erster Tag: Recherche im Ludwigshafener Stadtarchiv

Am ersten Tag des Projekts entwickeln die Schüler/innen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Kleinschnitger konkrete Fragestellungen zu der jeweiligen Person, die sie vorstellen wollen. Zum Beispiel: Wie war die Kindheit in Ludwigshafen? Welches Ansehen hatte eine Person aufgrund ihres Gewerbes? Wie sah das Engagement für Andere aus?

Bei einer Tour in der Stadt muss die Wissensvermittlung kompakt sein. Die Hemmschwelle, an einem Stolperstein zu verweilen und sich Informationen anzuhören, ist recht hoch. Daher ist die Zielsetzung, die Audiobeiträge in einem kompakten Format zu halten und sich jeweils auf einen Aspekt aus den Leben der Opfer zu konzentrieren.

Ein Problem bei der Recherche stellt die oft spärlichen Quellen dar. Zwar gibt es Dank des großen Engagements des Arbeitskreises „Ludwigshafen setzt Stolpersteine” zu einigen Personen bereits umfangreiches Material wie Briefe, Bilder und Akten. Bei anderen gibt es wiederum nur wenige erhaltene Zeugnisse ihrer Existenz. Unterstützung bekommen die Schüler im Ludwigshafener Stadtarchiv: Nicht nur Dr. Stefan Mörz öffnet bereitwillig die Ordner und Aktenschränke seines Archivs, auch vier weitere Experten und Expertinnen, die zum Teil einige Opfer des NS-Terros persönlich kannten, stellen sich für Interviews zur Verfügung. Die Recherche im Archiv und die Interviews erweisen sich zwar als kräftezehrend, sind dafür aber sehr gewinnbringend.

Veröffentlicht unter Berichte, News, Stolperstein-Tour