Wildes LU: erster Workshoptag

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Ludwigshafen ist grün, zumindest grüner als viele vermuten. Schaut man genauer hin, so entdeckt man an den Rändern unserer Straßen und Wege allerhand sehenswerte Gewächse. Große und kleine, bekannte oder eher seltene. Manche davon kann man essen oder zumindest einen Tee daraus zubereiten. Andere Pflänzchen sind trotz ihrer Schönheit recht giftig, oder aber nicht so schön, verfügen dafür unter Umständen über eine heilende Wirkung. Um diese Vielfalt zu entdecken und aufzuzeigen, begeben sich 6 Gärtner und Gärtnerinnen des hack-museumsgARTen auf Pflanzen-Safari, quer durch das wilde Ludwigshafen. Ziel ihrer beschwerlichen und zum Teil gefährlichen Reise ist es, einen Pflanzenführer für Ludwigshafen zu erstellen. Die Broschüre soll junge und alte Menschen dafür begeistern, gelegentlich nach unten zu schauen und zu sehen, was um sie herum in der Stadt wächst.

Beschwerlicher als die Pflanzen-Safari selbst ist aber -wie bei jeder guten Expeditionreise – die Planung im Vorfeld. Zuerst muss ein Konzept entwickelt werden. Was wollen wir überhaupt zeigen? Macht es Sinn, eine Pflanzentour durch Ludwigshafen zu erstellen, wenn nachher vielleicht die Pflanzen garnicht mehr zu sehen sind? Schnell wird klar, dass es im Gegensatz zu anderen LUView-Projekten hier nicht einfach um ein Reihe von Orte gehen kann, die man mit dem Smartphone aufsucht. Die (Wild-)Pflanzen-Tour muss universeller angelegt werden. Die Gruppe der Hackgärtner entscheidet sich daher, einen Pflanzenführer in gedruckter Form zu erstellen. Zwar werden sechs Plätze exemplarisch vorgestellt, aber letztlich könnte es fast jeder Ort in Ludwigshafen sein, an dem man das ein oder anderer Pflänzchen finden und dann in der Broschüre “Wildes LU” nachschlagen kann. Das besondere an der Broschüre: sie wird mit Hilfe von Augmented Reality erweitert. Das heißt, es gibt mehr als die gedruckten Bilder und Texte zu entdecken. Wer die Broschüre mit einem Smartphone betrachtet, der wird zum Beispiel auch Videos sehen können, die an den 6 Orten erstellt wurden.Wildes LU-Workshop (15)

Das Ziel des ersten Projekttags ist es die Orte zu identifizieren, an denen es interessante Pflanzen in Ludwigshafen zu finden gibt und an denen gedreht werden soll. Auch das grobe Konzept für die Broschüre muss geplant werden: Wie viele Seiten? Was kommt wo hin? Welche Pflanzen wollen wir vorstellen?

Mit dem Fahrrad geht es dann auf Erkundungstour. Eine der ersten Sehenswürdigkeiten: der kleine schwarze Nachtschatten am Danziger Platz. Jetzt drehen sich Rollen, der Projektleiter Steffen Griesinger lässt sich von der erfahrenen Kräuterpädagogin Josefa Grieshaber erklären, was es mit diesem unscheinbaren Gewächs auf sich hat. Für den Medienpädagogen ist das Neuland. Beim Wildpflanzenprojekt lernen alle etwas. Die Hackgärtner bekommen Einblicke in die Produktion von Medien und dafür lernen die Medienpädagogen, was die Stadt an Flora zu bieten hat.

Am Abend des ersten Tages stehen alle Orte fest: Danziger Platz, Hans-Kleber-Platz, Bahnhof, Rheinpromenade, Westend-Straße, Friedenspark. Damit können die Dreharbeiten am nächsten Tag beginnen.

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Wildes LU: zweiter Workshoptag

Zweiter Tag: Aufnahmen am Danziger Platz

Bevor  die Expedition quer durch das wilde Ludwigshafen beginnt, muss das Hackgarten-Team erst noch ein paar Dinge lernen: Wie schaltet man die Kamera ein? Wie wird das Videostativ aufgebaut? Was bedeutet “headroom” und was ist eigentlich eine Bauchbinde? Doch bereits bei den ersten “Trockenübungen” vor der Kamera wird klar: hier sind echte Profis am Werk. Josefa Grieshaber ist es gewohnt vor Gruppen zu sprechen. Als Kräuterpädagogin verfügt sie über ein großes Fachwissen, dass sie mit viel Elan und Spaß an der Sache vermittelt.  Auch der gelernte Landschaftsgärtner Toni Wachtel macht vor der Kamera eine gute Figur: Ihm merkt man an, dass er es gewohnt ist in seiner Tätigkeit als Arbeitserzieher, Dinge zu erklären. Für die Arbeit hinter der Kamera erweist es sich als großes Glück, dass Ilona Schäfer und ihr Mann Peter begeistere Hobbyfotografen sind. Nicht nur der Umgang mit der Videokamera ist für sie kein Problem, mit großer Begeisterung  machen sie unerlässlich Making-Of-Bilder und Detailaufnahmen der verschiedenen Pflanzen. Auch der neu hinzugekommene Harald Gruber findet sich schnell in das Team ein, er hat bereits vor vielen Jahren Erfahrungen beim öffentlich rechtlichen Fernsehen gesammelt, die Aufgabe des “Ton-Manns” scheint ihm wie auf den Leib geschnitten.Wildes LU-Workshop (3)
Dennoch müssen sich die Großstadtforscher gleich zu Beginn ihrer Safari mit technischen Problemen herumschlagen. Das Video-Stativ ist defekt und als dann auch noch am Drehort festgestellt wird, dass die Videokassette vergessen wurde, kommt der Zeitplan ins wackeln. Das ganze passiert ausgerechnet an dem Ort, an dem es ohnehin nicht ganz einfach ist zu drehen: in der Nähe des Bahnhofs! Hier ist eigentlich Guerillataktik angesagt: schnell aufbauen, das Video drehen und verschwinden bevor irgendjemand die Gruppe verscheucht. Doch zum Glück ist am Samstag weniger los, sodass sich niemand an den Dreharbeiten stört. Die Ausbeute dieser Aktion kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Unmengen an wilden Möhren wachsen im und um das Bahnhofsgelände. Als der Bahnhof 1969 erbaut wurde, zählte er zu den modernsten der Welt. Heute hat sich die Natur einige Plätze zurück erobert. Die Pflanzentröge des weitläufigen Geländes bieten ideale Voraussetzungen für verschiedenste Pflanzenarten.Wildes LU-Workshop (11)

Nach der Mittagspause mach sich das Team daran, die verlorene Zeit wieder einzuholen. Mit großem Tatendrang und viel Teamgeist gelingt es im Rekordtempo die letzten vier Stationen in den Kasten zu bekommen und rechtzeitig zur abschließenden Teambesprechung fertig zu werden.

Aber abgeschlossen ist das Projekt damit nicht! Die eigentliche Arbeit liegt noch vor dem Projekt-Team. Im Laufe der kommenden Monate, soll die Broschüre geschrieben werden. Dafür müssen Bilder ausgewählt werden, Texte erstellt und spannende Fakten und Anekdoten gesammelt werden. Ende des Jahres soll dann der Ludwigshafener Pflanzenführer „Wildes LU – jede Stadt ist grün“  endlich gedruckt und kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 

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