Die Ausstellung

Eine Woche lang konnten alle Ergebnisse, die im Rahmen von LUView erarbeitet wurden, in einer interaktiven Ausstellung im renommieren Willhelm-Hack-Museum betrachten, begangen, angehört, durchblättertgespielt und angeklickt werden.

LUView-Start-schmal

Wie ein roter – pardon, natürlich oranger – Faden zog sich eine Linie aus PVC-Klebend durch das markante Gebäude des Willhelm-Hack-Museum und führte die Besucher/innen an die sieben Stationen der Ausstellung, die auf mehrere Ebenen verteilt war. Auch hier wurde die Grundidee einer „Führung“ wieder aufgegriffen, die allen LUView-Projekten zu Grunde liegt. Wobei hier, zumindest symbolisch, ein klarer Anfang und ein Ende vorgegeben war. Bei den Projekten und den zugehörigen online Karten, ist keine strikte Route vorgegeben und die Reihenfolge, in der die Orte, die besucht oder betrachtet werden, kann jede/r frei wählen. Aber auch bei der Ausstellung diente die Linie nur zur groben Orientierung und war ein Verbindungsglied, zwischen den einzelnen Ausstellungsteilen.

Immer der Linie nach!

Immer der Linie nach!

Die orange Linie schlängelt sich sich durch das Museum und verbindet alle Stationen.

Die orange Linie schlängelt sich sich durch das Museum und verbindet alle Stationen.

Station 1: Räume für Träume

Mit der Aktion  Räume für Träume präsentierte sich LUView zum ersten Mal in der Stadt und machte so  auf sich aufmerksam. Im Rahmen von “Räume für Träume” wurde ein sogenanntes emotional landscape erstellt. Passanten wurden in der Innenstadt angesprochen und darum gebeten ihre Traum-, Wunschträum- oder Albtraum-Orte in einem Onlinestadtplan einzutragen und einen Kommentar dazu zu schreiben. Im Rahmen der Ausstellung wurde die Karte auf einen großen Monitor dargestellt und die Besucher/innen konnten nach Belieben auf der Karte herumstöbern und schauen welche Wünsche und Ängste die Menschen mit einigen Orten verbinden. Natürlich konnten die Besucher/innen auch eigene Orte benennen und einen Kommentar zu diesem auf eine Karte zu schreiben.

Welche Träume verbinden die Ludwigshafener Büger und Bürgerinnen mit den Orten Ihrer Stadt?

Welche Träume verbinden die Ludwigshafener Bürger und Bürgerinnen mit den Orten ihrer Stadt?

Die Orte können online eingetragen oder offline, auf eine Karte geschrieben werden.

Die Orte können online eingetragen oder offline auf eine Karte geschrieben werden.

Station 2: Wildes LU – Jede Stadt ist Grün!

Die Hack-Gätner und Gärtnerinnen zeigen in Ihrer Broschüre  „Wildes LU – Jede Stadt ist grün“ eindrucksvoll, dass es sich lohnt in jeder Stadt genauer hinzuschauen. In der Ausstellung wurde die Broschüre schlicht aber wirkungsvoll in Szene gesetzt. Wie ein Kunstwerk wurden die Seiten, auf denen man mit Hilfe der Augmented-Reality-APP „Junaio“ etwas entdecken kann, auf eine eigene Säule drapiert. Passend dazu wurden zwischen die weißen Säulen einige pinkfarbene Eimer mit Pflanzen platziert. Die Eimer stammen aus dem Partnerprojekt hack and the city. Die Besucher und Besucherinnen konnten mit  Tablets  die Seiten auf den Säulen scannen. Anschließend konnten sie das Tablet wie eine Art Lupe nutzen. Durch das Tablet betrachtet sah es so aus, als würden die Videos, direkt in der Broschüre abgespielt werden. Für die meisten war es die erste Berührung mit Augmentd Reality. Entsprechend beeindruckt zeigten sie sich.

Wie kleine Kunstwerke: jedes Seite wird auf einer eigenen Säule präsentiert.

Wie kleine Kunstwerke: jedes Seite wird auf einer eigenen Säule präsentiert.

Durch das Tablet betrachtet, sieht es so aus, als würden die Videos direkt in der Broschüre abspielen.

Durch das Tablet betrachtet, sieht es so aus, als würden die Videos direkt in der Broschüre abgespielt.

Die pinkfarbenen Eimer stellen einen Verbindung zumPartnerprojekt hack and the city her.

Die pinkfarbenen Eimer stellen einen Verbindung zum Partnerprojekt hack and the city her.

Die Möglichkeiten der Augemted Reality verblüffte viele Besucher/innen.

Die Möglichkeiten der Augemted Reality verblüffte viele Besucher/innen.

Station 3: Stolperstein-Tour 

In der untersten Ebene des Willhelm-Hack-Museum erwartete die Besucher/innen nicht nur eine technische Innovation, sondern auch ein Kunstwerk der besonderen Art: Ein Graffiti, das man betreten und auf dem man herum gehen darf. Nicht allen Besucher/innen war es geheuer, unter den gestrengen Blicken der Museumswärter, tatsächlich das Boden-Graffiti des  Ludwigshafener Künstlers Philipp Himmel zu betreten. Aber wer sich traute, der konnte mit Hilfe der Stolperstein-App, die Daten der stilisierten Stolpersteine eingeben und gelangte so zu den Audiobeiträgen, die im Rahmen des LUView Projekts von einer Schülergruppe des Pfalz-Kollegs erstellt wurden. Die Stolperstein-App ist zwar kein Projekt, dass im Rahmen von LUView umgesetzt wurde. Die Idee und ein erster Prototyp entstand allerdings in der gemeinsamen Projektarbeit. Daher war es für die Schülergruppe selbstverständlich, dass sie ihre App auch im Rahmen der Ausstellung präsentieren. Die Stolperstein Tour, kann aber auch ohne App genutzt und die Beiträge online abgerufen werden.

Ob man hier wohl wirklich stehen darf?

Ob man hier wohl wirklich stehen darf?

Kunst zum anfassen und betreten.

Betreten erlaubt!

Station 4: L’Urban – Architektur, Stadt, Mensch

Ein „Hingucker“ im Eingangsbereich des Willhelm-Hack-Museums war der große weiße Schriftzug, der quer über den Boden gelegt war. Das Wort ist kurios genug, um einige Zeit über dessen Bedeutung zu grübeln: „Bürgersteigbalett!“ Eine Wortschöpfung der Amerikanischen Architekturkritikerin Jane Jacobs, die den Begriff zum ersten Mal in ihrem Buch „The Death and Life of Great American Cities“ prägte. „Bürgersteigballett“ beschreibt die alltägliche, ungeplante Choreografie der Passanten, die dem Bürgersteig das Leben verleihen. Zwei Studierende der SRH-Heidelberg, haben für ihre filmische Hommage an Jacobs, die Buchstaben aus Styropor ausgeschnitten und in Ludwigshafen in einen Film verarbeitet. Für die Ausstellung der filmischen Werke der gesamten Studentengruppe aus Heidelberg, stellte der Schriftzug die perfekte Kulisse dar. Zwischen den Buchstaben lagen QR-Codes verteilt. Wenn die QR-Codes mit dem Tablet gescannt wurden, gelangten die Besucher/innen zu den Filmen der Studierenden.

kein alltäglicher Begriff: Bürgersteigballet

kein alltäglicher Begriff: Bürgersteigballet

Zwischen den Buchstaben befinden sich die QR-Codes, die zu den Filmen der Studierenden führen.

Zwischen den Buchstaben befinden sich die QR-Codes, die zu den Filmen der Studierenden führen.

Scannen der QR-Codes.

Scannen der QR-Codes.

In ihren Filmen beschäftigen sich die Studierenden markanten Gebäuden der Stadt.

In ihren Filmen beschäftigen sich die Studierenden mit markanten Gebäuden der Stadt.

Station 5: Kinderstraße

Der restliche Teil der Ausstellung, befand sich in einem Seitenteil des Museums. Folgte man vom Schriftzug (Bürgersteigballett) aus,  der orangen Linie auf dem Boden, konnte man nach wenigen Schritten in die Kinderstraße abbiegen . Hier ermöglichen farbenfrohe Gemälde einen Blick auf einen Teil der Stadt, die naturgemäß nicht im Fokus urbaner Aufmerksamkeit steht: der Stadtrand. Unscheinbare Straßen mit neunen und alten Häusern, wo Familien in betulichen Gartensiedlungen leben oder in tristen Wohnblöcken, am Rande einer stark befahrenen Ausfallstraße.  Die Bilder und Geschichten zeigen, wie unterschiedlich die Lebenslagen der Kinder einer Stadt sind. Die Eine ist froh, dass hinter dem Haus gleich der Feldweg beginnt, der in den nahe gelegenen Wald führt. Der Andere freut sich über eine kleine Seitenstraße um die Ecke, in der er Fußball spielen kann. Eine kleine Auswahl, besonders interessanter Gemälde wurden für die Ausstellung gerahmt und säumten die QR-Codes, mit denen die Besucher zu den Kinder-Stadtplänen der  Bliesgrundschule und der Karl-Kreuter-Grundschule gelangen konnten.

 

Abbiegen in die Kinderstraße.

Abbiegen in die Kinderstraße.

KInderstrße 4
Kinderstraße 2
Mit dem Tablet kann man ein Blick in die Lebenswelt der Kinder in LU werfen.

Mit dem Tablet kann man ein Blick in die Lebenswelt der Kinder in Ludwigshafen werfen.

Station 6: Hackerclub meets Streetart

Immer wieder entwickeln sich neue Formen der Streetart. Einige, wie zum Beispiel Graffitis, halten sich seit Jahren beständig. Andere, wie zum Beispiel das Häkeln im öffentlichen Raum (Guerillia Kniting), boomen eine Zeit, verschwinden dann aber wieder. Eine Kunstform, die in letzter Zeit ebenfalls etwas zurück gegangen ist, ist die sogenannte „Tape Art“. Mit Klebebändern werden dabei Kunstwerke erstellt, die sich leicht wieder ablösen lassen und somit kaum einen Schaden verursachen. Die getapte Grafik des Hackerclubs zeigt die „Skyline“ von Ludwigshafen und stellt somit einen optischen Bezug zwischen Straßenkunst und der Industriemetropole am Rhein her. Mit Hilfe von QR-Codes gelangen die Besucher/innen zu den einzelnen Werken der jungen Medienmacher/innen. Diese sind,  genau so wie die Kunstwerke mit den sich die  Schüler/innen Stadt beschäftigen, in ihren Formen und Inhalten ungeheuer vielfältig.

 

Allein für die Werke des Hackerclubs lohnt es sich, etwas Zeit mitzubringen.

Für die Werke des Hackerclubs lohnt es sich etwas Zeit mitzubringen.

Hinter den QR-Codes verbergen sich kleine Kunstwerke.

Hinter den QR-Codes verbergen sich kleine Kunstwerke.

Station 7: Stadtspiel interaktiv

Am Ende der Geraden wartet ein Geflecht aus Linien, denn ein Stadtspiel im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren, ist gar nicht so einfach. Schließlich liegt es in der Natur eines Stadtspiels, dass man dabei eigentlich draußen herum gehen  und die entsprechenden Orte finden sollte . Von einem weiteren miniaturisierten Stadtplan, wie er bereist beim Stolperstein-Projekt zum Einsatz kam, wollten wir absehen. Stattdessen wurden Kärtchen, welche die Orte symbolisierten, kreuz und quer im Raum verteilt. Ordnung in das Chaos brachten Linien, aus grünen und blauen Gewebebändern. Mit diesen wurden die Orte zwar in Beziehung gesetzt, dennoch ging der Reiz des Suchens nicht verloren. Auf diese Weise machte das Spiel, auch innerhalb eines Gebäudes Spaß.

 

Den richtigen Ort zu finden, ist gar nicht so einfach.

Den richtigen Ort zu finden ist gar nicht so einfach.

Stadtspiel3
Wenn der richtige QR-Code gefunden wurde, kann man ihn mit der Actionbound-App scannen.

Wenn der richtige QR-Code gefunden wurde, kann man ihn mit der Actionbound-App scannen.

In einer kleinen Videosequens, bekommen die Spieler Informationen und müssen dann entscheiden, an welchem Ort sie weiter recherchieren.

In einer kleinen Videosequenz, bekommen die Spieler Informationen und müssen dann entscheiden, an welchem Ort sie weiter recherchieren.

ende 2